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| .....ein Trip in die Katakomben der Kapuziner (Alle hier gezeigten Bilder können durch anklicken vergrößert werden!) Wir sind in Campofelice di Roccella, eine 6000 Seelen Gemeinde an der Nordküste Siziliens, es ist der 9 Oktober 2009, ein sonniger Tag und das Quecksilber klettert bereits zum Frühstück auf 25 Grad Celsius, vom Meer her weht eine angenehm frische Brise zu uns an den Frühstückstisch unserer Hotelterrasse herüber. Bei einer Tasse Latte macchiato besprechen wir (Peter, Hanni & Heide) den Tagesablauf, es ist unser Dritter Tag auf Sizilien und heute wollen wir mit dem Mietwagen in die knapp 60 KM entfernte Hauptstadt Palermo fahren, ein mutiges Unterfangen, denn Palermo ist ein gnadenlos brodelnder Moloch, der Verkehr ist unüberschaubar und chaotisch, Verkehrsregeln wie wir sie aus Deutschland kennen zählen nicht, hier gilt das „Recht des Stärkeren“, zudem sollte man nicht vergessen das Auto auch während der Fahrt von innen zu verschließen, denn ansonsten stehen die Chancen seiner Habe im „Stop and Go“ Verkehr der 700.00 Einwohner Stadt beraubt zu werden relativ gut. All das wissen wir, haben alles noch mal besprochen und fahren nun über die A19, der ältesten Autobahn Siziliens Richtung Palermo, unser heutiges Ziel sind nicht die Schönheiten der Stadt wie etwa die Kathedrale von Palermo, sondern die Katakomben der Kapuziner, eine der wohl berühmtesten Grabanlagen der Welt. | | | | |
 |  | | Die A19 nach Palermo | Piazza Cappuccini |
| Der Verkehr ist entspannt und wir kommen auf der Autobahn sehr gut voran, dann „sagt“ mir mein Navi das ich abbiegen soll, mitten nach Palermo rein, die Adresse der Katakomben hatte ich mir schon während der Reisevorbereitungen zu Hause in Deutschland eingespeichert, was ich aber nicht wusste, war das die Adresse (Via Cappuccini 1) die ich aus dem Internet hatte nicht ganz korrekt war und so begann eine fast 2 Stunden dauernde Irrfahrt durch Palermo, denn die Richtige Adresse lautet Piazza Cappuccini und zwischen der Via Cappuccini 1 und dem Piazza Cappuccini liegen 1,6 KM. Das ist zwar nicht viel, in Palermo aber schon, denn es gibt in dem Verkehrschaos kaum ein Vorankommen und einen Parkplatz wo man das Auto abstellen und zu Fuß weitergehen könnte erst recht nicht. Erst als ich im Navi unter „Points of Interest" nachgeschlagen habe, sind wir dann zu den Katakomben gekommen.Für die Leute die auch mal zu den Katakomben möchten habe ich hier die richtige Adresse und die exakten GPS Koordinaten: Convento dei Cappuccini Piazza Cappuccini 90129 Palermo Tel.:091 / 212633 Italien 38° 06' 715" N (nördlicher Breitengrad) 13° 20' 355" O (östlicher Längengrad) | | | | |
 |  | | Unser Leihwagen (li) auf dem Piazza Cappuccini | Convento dei Cappuccini (Palermo / Sizilien)
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 |  | | Eingang zu den Katakomben von Palermo | Links im Bild der Priestergang, rechts der Männergang |
| Als wir dann um 13:00 Uhr endlich vor dem Eingang der Katakomben standen, war die Tür verschlossen, Mittagspause (Siesta) bis 15:00 Uhr. Also warteten wir geduldig, denn zum einen hatten wir einen Parkplatz gefunden, der zudem auch noch direkt vor den Katakomben lag, zum anderen wollte niemand von uns noch mal in das Chaos eintauchen. Inzwischen war die Temperatur auf 29 Grad angestiegen und wir warteten mitlaufendem Motor (Klimaanlage) und einer lauwarmen Dose eines bekannten Erfrischungsgetränks die wir uns zu dritt teilten auf dem Parkplatz vor dem Kapuzinerkloster. Um ca. 14:55 Uhr kam dann ein etwa 40-45 jähriger Mann (Typ Abschaum) zu uns ans Auto und erklärte mir in einer von mir empfundenen Lautstärke von etwa 110 Dezibel , das er für 1 Euro auf unser Auto aufpassen würde [....] Schutzgelderpressung für arme würde ich mal sagen. | | | | |
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| | Nische der Kinder | Mädchen im Sarg |
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| | Mönchsmumie | Mönchsmumie | Mönchsmumie |
 |  | | Korridor der Priester | Korridor der Frauen |
 |  |  | | Mönchsmumie | Frauenmumie | Mönchsmumie |
| Unser Leihwagen war zwar Vollkasko ohne Selbstbeteiligung versichert, jedoch hatte ich auch nicht das Bedürfnis nach unserm Besuch in den Katakomben ein Auto mit zerstochenen Reifen, eingeschlagenen Scheiben, zerkratzten Lack oder was man sich sonst in einer solchen Situation alles vorstellen kann vorzufinden. Also gab ich ihm den Euro und nahm ihm das Versprechen ab, das er auf unser Auto besonders gut aufpasst. Pünktlich um 15:00 öffneten dann die Katakomben. Was aber ist an den Katakomben so interessant, das man das alles auf sich nimmt? Zitat aus Wikipedia: Die Kapuzinergruft von Palermo (ital.: Le Catacombe dei Cappuccini), eine weitläufige Gruftanlage unter dem Kapuzinerkloster, ist mit ihren natürlichen Mumien einer der bekanntesten Mumiengrablegen der Welt.Im Jahre 1534 bauten die Kapuziner, ein erst kurz zuvor gegründeter Reformzweig des Franziskanerordens, vor den Toren der Stadt Palermo ihr erstes Kloster auf sizilianischem Boden.1599 entschloss man sich, unterhalb des Hochaltars ein größeres Grabgewölbe auszuheben, weil der Raum für die wachsende Zahl der Mönche nicht mehr ausreichte. Als die Brüder hinunterstiegen, um die 40 Leichname aus der alten in die neue Gruft zu überführen, entdeckten sie zum allgemeinen Erstaunen, dass sie es nicht wie erwartet mit Skeletten, sondern mit Trockenmumien zu tun hatten. Der Abt veranlasste, den ungewöhnlichen Fund entlang der Wände aufzustellen, zur Mahnung der Mönche, sich auf ihr eigenes Sterben sorgfältig vorzubereiten. Der älteste noch erhaltene Leichnam ist der von Frate Silvestro da Gubbio, gest. 1599. Im sog. „Priestergang“ ist der Leichnam von Mons. Franco D’Agostino zu sehen, eines Bischofs (byzantinisches Ritual) in vollem Ornat. | | | | |
 |  |  | | Priestermumie | Mönchsmumie | Mönchsmumie |
 |  | Skelettierte Leiche im Convento dei Cappuccini
| Trockenmumie |
 |  |  | Mumie eines Palermitaners
| Priestermumie | Eine vom Feuer beschädigte Mumie
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| Bis 1670 diente die neue Kapuzinergruft vornehmlich den Mönchen als Grabstätte. Im Laufe der Zeit aber wurde der Druck der Gläubigen auf das Kloster nach Bestattungen in der Gruft größer. Vor allem Angehörige der Palermitanischen Oberschicht wollten in der Nähe der Heiligmäßigen Ordensleute beigesetzt werden. Diesem Verlangen konnten sich die Brüder auf Dauer nicht verschließen, zumal sich unter den Bewerbern viele Wohltäter des Klosters befanden. Die Erlaubnis zum Begräbnis in der Gruft erteilte bis 1739 das Generalkapitel und die Superioren der Kapuziner und erst ab dann die Prioren des Klosters. Um des wachsenden Andrangs Herr zu werden, wandten die Mönche eine besondere Methode an. Dieses Verfahren bestand darin, dass man die eingelieferten Verstorbenen zu mehreren in kleine, trockene Räume, so genannte „Colatoi“ auf Terrakottaröhren über steinerne Wannen legte. Die Austrocknungskammern waren, wie der Rest des Gewölbes, in den anstehenden vulkanischen Tuffstein gehauen bzw. teilweise mit Tuffquadern aus gemauert worden. Die Trocknung geschah hier, abweichend von anderen Befunden dieser Art, unter völligem Luftabschluss. Der poröse Tuff saugte die Leichenflüssigkeit auf, worauf die Leichname binnen acht bis zehn Monaten völlig ausdörrten. Dann wusch man sie mit Essig, ließ sie noch circa zwei Wochen in der Sonne trocknen und kleidete sie dann in ihre Amtstracht, Uniformen oder Festtagskleider. Erst danach wies man ihnen ihren Platz in einem der Korridore an, wo sie von Verwandten und Freunden besucht und von Zeit zu Zeit neu eingekleidet werden konnten. Zusätzlich zu der beschriebenen natürlichen Mumifikation gab es noch die Methoden der Behandlung mit Kalk oder Kalkmilch sowie mit Arsenik. Mumien, die mit den letztgenannten Verfahren behandelt wurden, sind besonders gut erhalten. | | | | |
 |  |  | | Mönchsmumie | Palermitanermumie | Palermitanermumie |
 |  |  | | Im Korridor der „Professionisti“ | Mumien eines Palermitaner Ehepaares | 11 Mai 1851 verstorben |
 |  |  | | Professionisti (Ärzte, Lehrer usw.) | Jungenmumie (Nische der Kinder)
| Mädchenmumie (Nische der Kinder)
| | Das Verlangen der besseren Kreise Palermos nach einem Begräbnis bei den Kapuzinern hielt mehr als zwei Jahrhunderte unvermindert an. Erst im Jahre 1837 verbot die Regierung diese Art der Bestattung. Es fanden zwar noch bis 1881 Bestattungen statt, allerdings mussten die Mumifizierten Leichname in Särgen aufbewahrt werden.Seitdem ist die Gruft mit ihren rund 1200 Mumien (die in Reiseführern u. ä. häufig genannte Zahl von mehreren tausend Mumien dürfte auf die Gesamtbelegungszeit anzuwenden sein) unverändert. Viele der Mumien sind zwar beschädigt oder schlecht erhalten, aber es gibt immer noch viele hunderte unbeschädigte Mumien zu besichtigen. Insgesamt gibt es fünf Korridore, Korridor der Männer, Korridor der Frauen, Korridor der „Professionisti“ (Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Künstler, Politiker sowie Offiziere des bourbonischen und italienischen Heeres), Korridor der Priester und Korridor der Mönche/Brüder, zwei Nischen (Nische der Jungfrauen und Nische der Kinder), eine Kapelle der heiligen Rosalia und weitere Räume. Einer davon ist einer der geöffneten „Colatoi“, in diesem befinden sich bis heute zwei getrocknete Leichname, ohne dass diese bisher bestattet worden wären. Viele Särge des Frauenganges fielen einem Bombenangriff am 11. März 1943 auf Palermo zum Opfer, bei dem die Gruft getroffen wurde. Auch bei einem Brand im Jahre 1966 wurden in diesem Bereich weitere Särge beschädigt oder vernichtet. | | | | |
| Unter den Toten in der Kapelle der Hl. Rosalia befindet sich der unvergleichlich erhaltene Leichnam der zweijährigen Rosalia Lombardo, die am 6. Dezember 1920 an der Spanischen Grippe starb. 2009 wurde das Geheimnis der Einbalsamierung gelöst. Nach einem aufgefundenen Schriftstück des mit der Mumifizierung beauftragten Alfredo Salafia verwendete er eine Mischung aus Glyzerin, Formalin, Zinksulfat und weitere Bestandteile. (Ende Zitat Wikipedia ) | | | | |
| | | Alfredo Salafia (* 7. November 1869 † 31. Januar 1933), italienischer Spezialist für Einbalsamierung. Er hatte u.a. den Körper von Italiens Premierminister Francesco Crispi 1902 einbalsamiert und 1904 den Erzbischof von Palermo, Pietro Michelangelo Celesia. Noch heute ist Salafia durch die Einbalsamierung von Rosalia Lombardo im Jahre 1920 bekannt. Salafia starb an den Folgen eines Schlaganfalls und liegt auf dem Friedhof von Santa Maria di Gesù begraben. ( Foto: N24) | |
 |  |  | Kindermumie in der Wiege
| Mumie eines Rechtsanwalts | Kindermumie |
 |  | | Skelett | Palermitanermumie |
| An der Kasse zahlen wir 3 Euro Eintritt pro Person, zu unserm Erstaunen haben sich keine weiteren „Gäste“ eingefunden, die die Mumien sehen möchten, nun ja, ist halt nicht jedermanns Sache sich so etwas anzusehen. Wir gehen den leicht abfallenden Gang, entlang der Weiß gekalkten Wände herunter, dann noch ein paar Stufen herab und augenblicklich kommt es mir vor als sei ich mit Lichtgeschwindigkeit aus der Gegenwart heraus in einen Indiana Jones Film oder einen dieser Mega brutalen Italo Western À la Sergio Leone hinein katapultiert worden. Was es hier zu sehen gibt, ist definitiv nichts für zarte Gemüter, egal in welche Richtung man schaut, man sieht nur Leichen, sie stehen (mit Draht festgebunden) in den Gängen, sie sitzen, hocken und liegen dort, die einen völlig verrottet, andere mehr oder wenig gut erhalten. Besonders heftig wird es wenn man in den Gang der Kinder kommt, vom Baby bis zum Schulkind ist hier alles vertreten, manche Säuglinge liegen in ihren Wiegen, so als seien sie verdurstet. Nach etwa 30 Minuten verlassen Hanni und Heide die Katakomben, es ist als würde ihnen die Luft abgeschnürt, ich bleibe allein und fotografiere noch weitere 30 Minuten, dann verlasse auch ich das Totenreich. | | | | |
 |  |  | | Mumie eines Kapuzinermönchs | Mumie eines Palermitaners | Mumie eines Priesters |
 |  |  | | Alberto Da Palterz † 19.9.1847 | Catacombe dei Cappuccini | Catacombe dei Cappuccini |
 |  |  | | Mumie eines Priesters | Mumie eines kleinen Mädchens | Mumie einer Frau |
 |  | | ....ein rotes Kleid für die Ewigkeit | Dieses Ehepaar ist auch im Tod miteinander vereint. |
| Am 14 April 2010 strahlte das ZDF in der Abenteuer Wissen Reihe einen exzellenten Beitrag mit dem Titel„Rosalias Geheimnis“ aus, Moderator Karsten Schwanke und das ZDF Team begleiteten ein Antrophologen-Team um die Experten Prof. Albert Zink und Dr. Dario Piombino-Mascali von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) und gingen mit ihnen auf "Zeitreise", um das Rätsel der Einbalsamierung Rosalia Lombardo`s zu entschlüsseln und ihre Mumie für die Zukunft zu erhalten.Ein absolut sehenswerter Beitrag, aus dem auch der hier gezeigte Screenshot stammt. | | | | |
Rosalia Lombardo 1918 - 1920 „Die schönste und besterhaltene Mumie der Welt“ (Foto: ZDF / Anne Hartmann) |  |  | | Colonel Giuliano († 1818) | Colonel Paolo Racona († 1862) |
 | |  | Mumie eines Palermitaners
| Mumie: Im 2 Weltkrieg beschädigt
| Mönchsmumie |
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 |  |  | | Mumie eines Professionisti | Mumie einer Frau | Mumie eines Palermitaners |
 |  |  | | Mumie eines Kapuzinermönchs | Mumie eines Palermitaners | „Don't Lose Your Head“ |
 |  | | Blick in den Sarg einer Palermitanerin | Blick entlang der Katakomben |
 |  |  | | Mumie eines Palermitaners | Blick in einen der vielen Särge | Palermitanermumie |
|  |  | | Catacombe dei Cappuccini | Bartolomeo Megna: Der Gigant | Priestermumie (1862)
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 |  |  | | Kindermumie (Nische der Kinder)
| Palermitanermumie | Priestermumie |
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