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Der Rotfuchs PDF Drucken E-Mail

(Alle hier gezeigten Bilder können durch anklicken vergrößert werden!)

 

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse

und wird daher meistens als „der Fuchs“ bezeichnet. Er ist in Europa der häufigste Wildhund.

 
 

Rotfuchs

 
Ein Rotfuchs vor winterlicher Kulisse
 

 

Körpermaße

Die Körpermaße des Rotfuchses sind geographisch und jahreszeitlich starken Schwankungen unterworfen. Das Körpergewicht liegt durchschnittlich für Männchen im Bereich 5,5 bis 7,5 kg, für Weibchen bei 5 bis 6,5 kg. Schwerere Tiere (bis 14,5 kg) sind selten. Die Körperlänge (ohne Schwanz) beträgt für Männchen 65 bis 75 cm, für Weibchen 62 bis 68 cm, die Schwanzlänge entsprechend 35 bis 45 cm bzw. 30 bis 42 cm (jeweils Durchschnittswerte für europäische Füchse).

Der Rotfuchs weist einige Ähnlichkeiten mit Katzen auf, er klettert besser als andere Hundeartige und zeigt mit seinem langsamen Anschleichen und dem Mäusesprung ein ähnliches Jagdverhalten wie Katzen. Seine Pupillenschlitze sind senkrecht, die Krallen teilweise einziehbar. Füchse und Katzen gehören zwar verschiedenen Familien an, haben aber aufgrund der gemeinsamen Spezialisierung auf kleine Nagetiere als Beutetiere im Laufe der Evolution eine ähnliche Entwicklung durchgemacht.

 

Fellfarbe

Das Fell ist oberseits rötlich, unterseits weiß; der Farbton variiert je nach Verbreitungsgebiet oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun und unterseits zwischen rein weiß und schiefergrau. Die unteren Teile der Beine sowie die Hinterseiten der Ohren sind schwarz gefärbt. Daneben gibt es abweichende Farbvarianten, z. B. den Kreuzfuchs, der einen schwarzen Streifen auf dem Rücken trägt. Der Silberfuchs ist dunkelgrau bis schwarz, der Brandfuchs weist eine dunkle Kehle sowie Schulterpartie auf, der Kohlfuchs ist noch dunkler, der Birkfuchs dagegen besonders hell.

 
  

Fuchs im Wildpark Warstein

Eine Fähe hält Ausschau, aufgenommen im Wildpark Warstein
 

Verbreitung

Von allen wildlebenden Fleischfressern haben Rotfüchse das größte geographische Verbreitungsgebiet: Sie können sowohl nördlich des Polarkreises als auch in fast tropischen Gebieten leben. In Nordamerika kommen sie von den Aleuten bis Neufundland vor – mit Ausnahme von Arizona, Süd-Florida und einem Streifen von Alberta bis Mexiko. Rotfüchse besiedeln Eurasien von Irland bis zum Beringmeer. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Rotfüchse zur traditionellen Fuchsjagd aus England nach Australien importiert. Die dort heimischen langsamen Beuteltiere waren an die Neubesiedler nicht angepasst und wurden leichte Beutetiere. Heute ist ganz Australien bis auf das Northern Territory und die nördlichen Teile von Queensland von Füchsen besiedelt. 1893 wurden die ersten Kopfgelder ausgesetzt. Die Bekämpfung von Füchsen in Australien erfolgt derzeit unter anderem mit Gift.

 

Lebensraum

Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Siedlungsgebiete sind unterschiedlich geeignete Lebensräume für den Rotfuchs.
Die ersten Stadtfüchse wurden in den 1930ern in Londoner Vororten mit hohem Grünflächenanteil bekannt. Ab den 1980er Jahren traten vermehrt Berichte von Fuchsbeobachtungen in Großstädten auf dem europäischen Festland auf (z. B. in Berlin, Oslo, Zürich), die aber zunächst nur als Einzelfälle gewertet wurden. Inzwischen sind Füchse wahrscheinlich in den meisten Städten präsent, aber nicht überall in hohen Dichten.

Die Stadt bietet für Füchse folgende Angebote:

* Bereiche ohne menschliche Störung (Nachts: Friedhöfe, Parks)
* Kleinräumige Strukturen
* Reiches Nahrungsangebot: Komposthaufen, Essensreste, Früchte, Insekten, Mäuse
* Sichere Rückzugsplätze (Schuppen, Holzstapel)
* Keine großflächige Bejagung

Auch von anderen Wildtieren wie Steinmarder, Elster und Rabenkrähe ist aus ähnlichen Gründen eine Verstädterung bekannt.Während die Streifgebiete der Füchse in ländlichen Gegenden recht groß sein kann (z. B. ca. 115-350 Hektar im Schweizer Jura oder bis 2000 Hektar in Kanada), ist das Revier von Stadtfüchsen deutlich kleiner. Eine Zürcher Studie ermittelte im Schnitt ca. 30 Hektar (20 untersuchte Tiere), die intensiv genutzten Bereiche waren sogar oft nur wenige Hektar groß. Die geringe Größe der Streifgebiete zeigt, dass die Stadt offenbar günstige Lebensgrundlagen bereitstellt. Stadtfüchse sollten nicht gefüttert oder gezähmt (Streichelversuche) werden, da halbzahme Füchse manchmal aufdringliches Verhalten zeigen und dann oft geschossen werden.

 
  

Rotfuchs

Ein Rüde in seinem Revier
 

 

Fortpflanzung

Der Rotfuchs wird mit etwa 10 Monaten geschlechtsreif. Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der so genannten Ranzzeit. Da der Rüde von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig ist, die Fähe hingegen nur 2 bis 3 Tage im Januar/Februar (/März), folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum einer auserwählten Fähe, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Mehrere Begattungen erhöhen den Erfolg der Befruchtung; je nach Sozialstruktur der Fuchspopulation paart sich der Rüde auch noch mit anderen Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Daher kann ein Wurf Jungfüchse verschiedene Väter haben. Füchse und Hunde lassen sich aufgrund verschiedener Chromosomenzahlen (Rotfuchs: 34 bis 38, Haushund: 78 Chromosomenpaare) nicht kreuzen, obwohl beide zur Familie der Hundeartigen gehören.

 

Jungenaufzucht

Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen gebiert die Fähe durchschnittlich 4 bis 6 Junge. Die Anzahl der Jungfüchse ist abhängig

* vom Nahrungsangebot: je mehr Nahrung, desto mehr Jungfüchse;

* von der Sozialstruktur der jeweiligen Fuchspopulation: je stabiler, desto weniger Jungfüchse;

* von der Sterblichkeitsrate der Population: je höher (z. B. durch starken Jagddruck), desto mehr Jungfüchse.

 

Nicht jede Fähe bringt jedes Jahr Junge zur Welt. Generell beteiligen sich weniger junge Fähen an der Fortpflanzung als ältere. In Gebieten, wo Fähen in stabilen Familiengruppen leben, dürften die meisten unfruchtbaren Weibchen rangniedrigere Gruppenmitlieder sein. In Bereichen, wo Fähen üblicherweise abwandern, werden diejenigen, die kein Territorium ergattern konnten, keine Jungen aufziehen (und weil mehr junge Fähen abwandern als ältere, dürfte ein großer Prozentsatz von diesen ohne Territorium und daher ohne Junge sein). Die ca. 80–160 Gramm schweren Fuchswelpen sind anfangs blind und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden 4 bis 6 Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau.

 

Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden; die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Farbe. Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungfüchse ein starkes Bedürfnis, auf geeigneten Gegenständen herumzukauen (bei Stadtfüchsen z. B. Schuhe). Etwa im Alter von etwa 25 Tagen entwickeln sie eine Hierarchie untereinander.
Rüden sind bei der Jungenaufzucht behilflich, indem sie Beute zur Fähe an den Bau bringen. Kommt die Fähe ums Leben, führt manchmal der Rüde die Versorgung der Welpen fort. Teilweise ziehen auch zwei Fähen gemeinsam ihre Jungen in einem Bau auf. Rotfüchse können während der Jungenaufzuchtszeit besonders empfindlich auf menschliche Anwesenheit reagieren und sollten daher v. a. in dieser Zeit nicht gestört werden.

 

Auswanderung der Jungen

Insbesondere die Rüden verlassen im Zeitraum September bis November das elterliche Revier, während die Fähen manchmal bei den Eltern bleiben und im nächsten Jahr bei der Aufzucht der Jungtiere der Eltern mithelfen. Auch hier gibt es starke Unterschiede in Abhängigkeit vom Aufbau der Sozialstruktur der lokalen Fuchspopulation.

 
 

Rotfuchs im Wildpark Warstein

Ein Fuchs bei der Nahrungssuche

 


 Sozialstruktur

Füchse galten bis in die 1970er Jahre als Einzelgänger, die in Territorien leben und diese gegen Artgenossen verteidigen. Man nahm an, dass sich Fähen und Rüden nur zur Paarung treffen und dann wieder getrennte Wege gehen. Da Füchse sich von kleinen Beutetieren (v. a. Mäusen) ernähren und somit nicht auf ein gemeinsames Erbeuten der Nahrung angewiesen sind (wie etwa Wölfe), schien ein ausgeprägtes Sozialleben nicht notwendig. Ende der 1970er zeigten dann englische Studien bei Oxford, dass Füchse dort in Familiengruppen lebten und ein ausgeprägtes Sozialleben zeigten. Ähnliches ist inzwischen aus weiteren Gebieten bekannt geworden (z. B. in Zürich).

Die Familiengruppen sind in einem gemeinsamen Territorium unterwegs, das sie gegen fremde Artgenossen verteidigen. Zu einer solchen Gruppe gehören meist ein Rüde und eine Fähe, die sich fortpflanzen, sowie weitere erwachsene Füchse, oft Schwestern und Töchter der sich fortpflanzenden Fähe. In Zürich hielten sich neben dem Vater aber auch noch weitere Rüden im Gebiet auf. Diese nahen Verwandten sind bei der Jungenaufzucht behilflich: „Tantenrolle“ bei Abwesenheit der Mutter, Bewachen, Säugen bis hin zur Übernahme der vollständigen Elternfunktion bei deren Tod.

Während der Nahrungssuche sind Füchse meist als Einzelgänger unterwegs. Untersuchungen bei Bristol ergaben, dass sich ein Fuchs mit jedem anderen Familiengruppenmitglied durchschnittlich eineinhalb bis zwei Mal pro 24 Stunden traf, die meisten dieser Treffen verliefen freundschaftlich. Im Winter fanden Treffen häufiger statt, vor allem nachts. In dieser Zeit können die Auseinandersetzungen zunehmen, da die Paarungszeit (Ranz) in den Winter fällt und auch ein Teil der Jungfüchse abwandert.

Allgemein passen Füchse ihre Sozialstruktur den Lebensbedingungen an. Sind gute Nahrungsressourcen vorhanden, können viele Füchse in einem Gebiet leben, und es kommt zur Bildung von Familiengruppen. Diese sind demnach nicht nur auf Städte beschränkt, sondern können auch in geeigneten ländlichen Gebieten vorkommen (z. B. im Schweizer Jura)

 
  
Rotfuchs
 
Junge Füchse beim herumtollen im Schnee 

 

 

Nahrung

Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Er stellt seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem Vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet (opportunistische Ernährung). Die Nahrungszusammensetzung ist somit lokal stark unterschiedlich. Auf Feldmäuse umgerechnet, beträgt der tägliche Nahrungsbedarf ca. 15 bis 20 Mäuse. Eine grobe Einteilung der Nahrungsquellen kann folgendermaßen aussehen:

* Feldmäuse: Sie stellen bei aller Variationsbreite in der Nahrung – mit lokalen Unterschieden – eine der wichtigsten Beutetierarten dar. Sie sind tags und nachts sowie das ganze Jahr über verfügbar.


* Kaninchen können lokales Hauptbeutetier sein (z. B. in einigen Dünengebieten).


* Regenwürmer werden insbesondere auf frischen Grünlandböden erbeutet. Aufgrund ihres Fett- und Proteingehaltes stellen sie eine energiereiche Nahrung dar.


* Feldhase, Rebhuhn, Stockente, Lamm u. a.: Der Rotfuchs ist kaum in der Lage, gesunde Alttiere zu ergreifen, kann aber Jungtiere oder geschwächte Alttiere erbeuten.

* Bei Rehen können nur Jungtiere (Kitze), die noch nicht fliehen können, vom Fuchs überwältigt werden. Für ausgewachsene, gesunde Rehe stellt der Fuchs keine Gefahr dar.


* Haushühner, Hausgänse, Hausenten werden vor allem in der Jungenaufzuchtszeit erbeutet, da die Fuchsfamilie in dieser Zeit einen hohen Nahrungsbedarf hat und 1 kg Huhn etwa so ergiebig ist wie 50 Feldmäuse.


* Obst / Früchte (z. B. Süßkirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Brombeeren, Heidelbeeren) werden gern angenommen, wenn sie nicht zu sauer sind.


* Aas: Wie mehrere andere Tierarten auch, haben Füchse gelernt, dass manche Straßen eine ergiebige Nahrungsquelle in Form von angefahrenen Tieren bieten. Dabei können sie selbst Verkehrsopfer werden.


* Abfall: In Städten ernähren sich Rotfüchse neben der bisher erwähnten Kost auch von Kompost, nach draußen gestelltem Katzenfutter etc. Im Gegensatz zu Katzen sind Füchse in der Lage, „süß“ zu schmecken. Reste von Schokoladenkeksen oder anderen zuckerhaltigen Essensrückständen sind daher besonders beliebt.

Bei Aussagen in der Literatur zur Nahrungszusammensetzung ist darauf zu achten, ob sich die Angaben auf Gewichtsanteile oder Stückzahlen / Individuen beziehen. Bei Darstellungen auf der Basis von Gewichtsanteilen, z. B. in Form von Tortendiagrammen, kann das Kaninchen ein viel größeres „Tortenstück“ einnehmen als Früchte oder Regenwürmer, obwohl nur ein Kaninchen, aber 50 Beeren und 20 Regenwürmer verzehrt wurden.

Bei kurzfristigem Überangebot legen Füchse auch Vorräte an. Hierzu wird in lockerem Boden ein etwa 10 cm tiefes Loch gegraben, die Nahrung hereingelegt und anschließend das Loch mit Erde und ggf. mit Laub wieder der Umgebung angeglichen. Das spätere Aufsuchen des Verstecks erfolgt über den Geruchssinn.

 

 

Rotfuchs

Rotfuchs ( Vulpes vulpes )

 

 

 

Beziehungen zu anderen Arten

Zum Nahrungsspektrum des Luchses gehören unter Umständen auch Füchse, meistens Jungfüchse. Auch Wölfe jagen Füchse, andererseits sind auch relativ friedliche Beziehungen z. B. aus Alaska bekannt. Manchmal leben Füchse und Dachse im selben Bau. Ein friedliches Zusammenleben ist jedoch nicht immer gegeben, denn die Jungtiere sind vor der jeweiligen anderen Art nicht sicher. Werden die Jungfüchse älter und lebhafter, fühlen sich die meisten Dachse offenbar gestört und verlassen den Bau; dies hat nichts mit dem Eigengeruch der Füchse zu tun.

In der Stadt begegnen sich Füchse und Katzen häufig. Meistens beachten sie sich kaum. Für Füchse sind Katzen eine zu wehrhafte Beute; zudem wäre in Siedlungsräumen mit großem Nahrungsangebot der Angriff auf eine Katze ein unnötiges Risiko. Es kann aber vorkommen, dass ein übermütiger Fuchs eine Katze zum Spielen auffordert. Katzen können sich durch Buckeln und Fauchen gegen unerwünschte Annäherung durch den Fuchs wehren oder diesen sogar zur Flucht veranlassen. Nur in außergewöhnlichen Situationen kommt es vor, dass Füchse versuchen, eine (wenige Wochen alte) Jungkatze oder eine durch Krankheit oder Unfall geschwächte Katze zu erbeuten.

Ein Steinadler kann selbst ausgewachsene und gesunde Füchse schlagen, bevorzugt jedoch Jungtiere. Für ausgewachsene, gesunde Füchse ist der Uhu kein relevanter Gegner. Jungfüchse können erbeutet werden, dies jedoch wohl eher selten. So waren unter 2197 Beutetieren in Sachsen nur zwei Jungfüchse. Umgekehrt sind auch Verluste des Uhus durch Füchse relativ selten und am ehesten bei Bodenbruten anzunehmen.

 

 

Fuchs im Wildpark Warstein

Rüde und Fähe "klären" die Rangordnung ab

 

 

Parasiten und Krankheiten

In europäischen Füchsen wurden 55 Wurmarten nachgewiesen mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten. Weit verbreitet ist ein Befall mit Bandwürmern, insbesondere mit dem Fuchsbandwurm. Daneben treten Fadenwürmer auf, sowie als Ektoparasiten Flöhe (v. a. Hundefloh), Zecken und Milben. Letztere können die Räude hervorrufen.Zu den Virusinfektionen zählen die Fuchsencephalitis, Staupe und Tollwut, zu den bakteriellen Infektionen beispielsweise die Leptospirose.

 
 

Rotfuchs

Ein Fuchs bei der Mäusejagd

 

 

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist je nach Population verschieden: Wo die Sterblichkeit höher ist (z. B. durch starke Bejagung oder eine hohe Zahl von Verkehrsopfern), sinkt das Durchschnittsalter. Bei der Interpretation der Angaben zur Altersstruktur ist zu berücksichtigen, dass diese meist auf Todfunden beruhen und insofern einer Verzerrung unterliegen können, als z. B. geschossene Füchse gegenüber schwer auffindbaren Krankheitsopfern überrepräsentiert sind.

Generell sterben die meisten Füchse, bevor sie ein Jahr alt werden; meist sind ca. 95 % der Tiere einer Population nicht älter als vier Jahre. Insbesondere im Herbst und Winter ist die Mortalität der Jungfüchse aufgrund der starken Bejagung und der Wanderung (erhöhte Zahl von Verkehrsopfern) hoch.

In Bristol betrug das Durchschnittsalter der Population vor einem großen Räude-Ausbruch 18 Monate. Die Altersverteilung von 1.628 toten Füchsen war dabei wie folgt: 52 % = 1 Jahr, 24 % = 1–2 Jahre, 12 % = 2–3 Jahre, 6 % = 3–4 Jahre,3 % = 4–5 Jahre, 3 % = 5 Jahre. Ähnlich war die Altersverteilung bei einer Probe von 1.110 toten Füchsen während einer Zeit starker Bejagung aus London, das Durchschnittsalter war hier mit 14 Monaten sogar noch etwas geringer. In ländlichen Regionen Englands waren teilweise fast 80 % der getöteten Tiere jünger als 1 Jahr. Die bisher jüngste Population wurde in Iowa bekannt, als sieben Jahre lang doppelte Prämien für Fuchsfelle gezahlt wurden: 84 % der erbeuteten Füchse war jünger als ein Jahr.

 

Auch die soziale Stellung kann einen Einfluss auf die Lebenserwartung haben: Dominante Stadtfüchse in Bristol waren mit durchschnittlich 4,5 Jahren älter als subdominante Tiere mit durchschnittlich 2,1 Jahren. In Gefangenschaft können Füchse bis zu 14 Jahre alt werden.

 

 

Rotfuchs

Neugierig beobachten diese beiden jungen Füchse das Geschehen

 

 

Nutztier

Rotfuchsfelle werden für Bekleidungszwecke genutzt, wobei die Nachfrage stark von der jeweiligen Mode und der Akzeptanz von Pelzen abhängt. In Pelztierfarmen werden vor allem seltene Farbschläge wie Silberfüchse und Kreuzfüchse gezüchtet. Insbesondere im Rahmen des Artenschutzes gibt es wiederholt Aufrufe, nachdem das Tragen von Fuchspelzen als ein Beitrag zum Naturschutz zu sehen bzw. zu fördern sei. Zudem wird Fuchspelz teilweise als eine nachwachsende Ressource bezeichnet, die man nachhaltig nutzen sollte. In diesem Sinne wird Fuchspelz seit einiger Zeit als "Öko-Fur" oder "Friendly Fur" beworben.

Archäologen haben auf der Orkney-Insel vor der Nordküste Schottlands Hinweise auf die Zucht von Füchsen in der späten Eisenzeit entdeckt. Nach dem Überfall der Wikinger auf Schottland um 800 soll die Zucht eingestellt worden sein. Zur Verhinderung von Vogelschlag an Flughäfen gibt es Überlegungen, Füchse gezielt mit Kunstbauen zu fördern bzw. jagdlich zu verschonen.

 
 

Rotfuchs

 

 

Bejagung

Die Fuchsjagd wird in vielen Staaten legal betrieben. Besonders umstritten ist die Fuchsjagd in Großbritannien, wo die Art ihrer Durchführung zum Streitthema zwischen Tierschützern und Jägern geworden ist. Seit Februar 2005 ist die Parforcejagd zu Pferde mit Hundemeuten offiziell in ganz Großbritannien verboten, was den Diskussionen aber kein Ende gesetzt hat.

In Deutschland wurde Ende der 1960er bis in die 1970er eine Baubegasung bei allen erreichbaren Fuchsbauen durchgeführt, um die Ausbreitung der Tollwut zu stoppen. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.

 
 
  
 
Rotfuchs im Wildpark Warstein

 
 

Ein echter Prachtkerl

 

Alle hier gezeigten Bilder sind im Wildpark Warstein entstanden

 

 

109 weitere faszinierende Bilder des Rotfuchses, zum Teil  vor Märchenhafter Winterkulisse

im Tiefschnee aufgenommen, finden Sie in unserer Fotogalerie: Rotfüchse im Wildpark Warstein

 

 

 

 

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Fotos: ©  Peter Häfele

 

 

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