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Der Eurasische Luchs oder Nordluchs (Lynx lynx) ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Im deutschen Sprachgebrauch ist fast immer diese Art gemeint, wenn von „dem Luchs“ die Rede ist. Nach Bär und Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist. Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa verschwunden war, wanderten die Wildkatzen ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurden auch gezielt wieder angesiedelt. Heute sind unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald und der Spessart von Luchsen besiedelt. In vereinzelten Gebieten erreicht der Luchs sogar wieder seine maximale Siedlungsdichte.
Körpermaße und Gewicht größte Katze Europas. Die Rückenlänge ohne Kopf und Hals entspricht der Schulterhöhe, so dass der Körperbau quadratisch wirkt. Die Vorderbeine sind um 20 Prozent kürzer als die Hinterbeine. Die Pranken sind groß und verhindern im Winter, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt. Die Trittspuren, die der Luchs hinterlässt, sind mit einer Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern für die Hinterpranke etwa dreimal größer als die einer Hauskatze. Die Schrittlänge liegt zwischen 40 und 100 Zentimetern und kann bei sprintenden Luchsen bis zu 150 Zentimeter betragen. Anders als bei Fuchs oder Hund fehlen bei Luchsfährten Krallenabdrücke, da die Krallen während des Laufens in die Hauttaschen zurückgezogen werden. 25 Kilogramm, wobei besonders leichte Exemplare nur 14 Kilogramm wiegen und sehr schwere Tiere ein Körpergewicht von 37 Kilogramm erreichen können. Weibchen sind durchschnittlich 15 Prozent leichter als männliche Tiere. Ihr Gewicht beträgt normalerweise etwa 15 bis 20 Kilogramm, mit Extremwerten, die bei 12 beziehungsweise 29 Kilogramm liegen. Weitere Merkmale des Erscheinungsbildes und Sinnesleistungen Dieser ist beim Eurasischen Luchs zwischen 15 und 25 Zentimeter lang und endet in einer schwarzen Spitze. Der Eurasische Luchs zeichnet sich durch einen sehr ausgeprägten Backenbart aus, den er weit abspreizen kann. Die Funktion des Backenbartes ist noch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich drücken die Tiere über die Stellung des Backenbartes ihre Stimmung gegenüber ihren Artgenossen aus. Möglicherweise dient der Backenbart aber auch als Reflektor von Schallquellen. zu orten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Luchse das Rascheln einer Maus noch aus einer Entfernung von 50 Metern wahrnehmen und ein vorbeiziehendes Reh noch 500 Meter entfernt hören. Die mandelförmig geschnittenen und nach vorne orientierten Augen sind goldgelb, gelbbraun oder ockerbraun. Sie sind das wichtigste Sinnesorgan des Luchses und etwa sechsmal so lichtempfindlich wie die Augen des Menschen, was dem Luchs eine Jagd während der Dämmerung und der Nacht erlaubt. Der Geruchssinn spielt bei der Jagd nur eine untergeordnete Rolle. sich drei Schneidezähne, je ein stark ausgebildeter Eckzahn mit sogenannten Dolchrillen, zwei vordere Backenzähne oder Prämolare sowie zwei Backenzähne oder Molare. Winterhalbjahres grau bis graubraun. Das Kinn, die Brust, die Bauchseite sowie die Innenseite der Läufe sind dagegen weißlich grau bis cremeweiß. Die Fleckung des Fells ist individuell verschieden und im Sommer grundsätzlich ausgeprägter als während des Winters. Bei einzelnen Individuen kann die Fleckung aber auch nahezu vollständig fehlen.Das Fell besteht aus einer dichten Unterwolle. Die darüber liegenden Grannenhaare haben eine Länge zwischen fünf und sieben Zentimeter. Das Winterfell gehört zu den dichtesten im Tierreich. Hochbeinigkeit, dichtes Fell und eine durch die breiten Pfoten bedingte geringe Flächenbelastung ermöglichen es dem Luchs, auch noch bei Schneelage bis zu einem halben Meter erfolgreich zu jagen. Schneelagen über einem Meter behindern ihn allerdings bei der Jagd, so dass er dann in Regionen mit geringerer Schneelage zurückzieht.
Historisches Verbreitungsgebiet bis zum Ural. Nach Ansicht einiger Wissenschaftler fehlte der Luchs dagegen auf Island, den Britischen Inseln, den Mittelmeerinseln sowie einem Küstenstreifen, der von Calais über die Niederlande bis nach Lübeck reichte. Der Eurasische Luchs fehlte außerdem in Dänemark und im nördlichen Skandinavien. verbreitet. Seine Verbreitungsgrenze erreicht dabei im Norden den Polarkreis – keine andere Katzenart dringt weiter nach Norden vor als der Eurasische Luchs.Im Süden reichte sein Verbreitungsgebiet bis Nepal, Nordindien, Nordpakistan, Persien und möglicher- weise sogar bis Palästina. bei der Ruine Reußenstein, ebenfalls 1846 bei Zwiesel im Bayerischen Wald und um 1850 in den bayerischen Alpen getötet. In der Schweiz wurde der letzte Luchs 1894 am Weisshornpass geschossen. In den französischen Alpen beobachtete man den Eurasischen Luchs vor seiner Wiederansiedlung das letzte Mal im Jahre 1903,in der Schweiz 1904 beim Simplonpass. Verhältnismäßig lange konnte sich der Luchs dagegen wenigstens in einigen Teilen Österreichs halten. Der letzte autochthone österreichische Luchs wurde 1918 im Balderschwanger Tal im Bregenzerwald erlegt. und Südosteuropas sowie in den meisten asiatischen Vorkommensgebieten konnte sich die Art jedoch halten, die westlichsten autochthonen Vorkommen gab es um 1960 in Südschweden, Ostpolen und der östlichen Slowakei.
Wiederansiedelungsmaßnahmen und heutiges Verbreitungsgebiet in Europa wald wiederbesiedelt. In den Nordwestalpen sind mittlerweile nahezu alle geeigneten Lebensräume von Luchsen besetzt. Diese Wiederbesiedlungsprogramme sind in der Öffentlichkeit umstritten gewesen und ihre Durchführung erwies sich nicht immer als problemlos. Auf die spezifischen Probleme wird im Kapitel Menschen und Luchse eingegangen. Luchsfährte im Schnee charakteristisch für Luchsfährten ist das Fehlen von Krallenabdrücken, da diese während des Laufens in die Hauttaschen zurückgezogen werden Jagdbannbezirk Huetstock bei Engelberg in der Nähe von Luzern die ersten zwei aus den Karpaten stammenden Luchse ausgesetzt. Bis 1976 wurden weitere Luchse wieder angesiedelt, die sich bis 1979 bereits über ein 4500 Quadratkilometer großes Gebiet verbreitet hatten. 1991 waren in den Schweizer Nordwest- und Zentralalpen 10.000 Quadratkilometer und im Jura 5000 Quadratkilometer wieder mit Luchsen besiedelt. In den in der Nordostschweiz gelegenen Kantonen St. Gallen, Zürich, Thurgau und beiden Appenzell wurden zwischen 2001 und 2003 insgesamt neun weitere Luchse ausgewildert, die auch dort eine tragfähige Population begründen sollten. allerdings blieb die daraus resultierende Population bis heute klein. In den französischen Vogesen, wo man 1983 19 Luchse auswilderte, konnte sich dagegen eine stabile Population entwickeln. Die Nachkommen von drei in Slowenien ausgewilderten Luchspaaren besiedeln heute ein Verbreitungsgebiet von der slowenischen Grenze zu Italien und Österreich bis nach Bosnien-Herzegowina. eingewandert. 1962 gab es die ersten gesicherten Hinweise auf Luchse im Elbsandsteingebirge und 1969 wurden erstmals wieder Luchse in derDübener Heide nördlich von Leipzig beobachtet. Mittlerweile gibt es in Deutschland neben der Population im Bayerischen Wald wieder Luchse in der Sächsischen Schweiz, im Pfälzerwald und im Fichtelgebirge. Im Nationalpark Harz läuft ein Auswilderungsprojekt, in dessen Rahmen seit dem Jahr 2000 insgesamt 24 Luchse ausgewildert wurden. Einzelne wahrscheinlich aus der Schweiz eingewanderte Luchse wurden auch schon wieder im Schwarzwald gesichtet. 2002 kam es im Harz zur ersten Geburt freilebender Luchse seit der Wiedereinführung. Seit 2004 wurden in verschiedenen Teilen Deutschlands Luchse gesichtet, deren Herkunft häufig unklar ist. Beispielorte für solche Sichtungen sind das obere Donautal, die Eifel und der Odenwald. In einer Sturmnacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 gelang einem Luchspärchen aus dem Tierpark Suhl die Flucht in den Thüringer Wald. Überlebenschancen haben diese Tiere allerdings nur, wenn sie die Fähigkeit besitzen, in der freien Wildbahn Beutetiere zu schlagen. Einzelsichtungen sind allerdings noch kein Beleg, dass Luchse eine Region wiederbesiedelt haben und sich dort fortpflanzen. In der Regel begründen Luchse Reviere nur dann, wenn diese territorialen Anschluss an benachbarte Luchsreviere haben.
Lebensraum und Revieransprüche und menschliche Siedlungen nur randlich und temporär. Ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten ihm Wälder mit einer stark kleinräumlichen Gliederung durch Altholzinseln, Lichtungen, felsige Hänge und morastige Zonen. Eurasische Luchse finden sich allerdings auch in der felsigen Gebirgszone bis in eine Höhe von 2500 Metern, in Niedermooren und auf Heideflächen und in überwiegend baumlosen Hochebenen Zentralasiens. Kennzeichnend für letztere Lebensräume ist, dass diese durch Felsen und Gebüsch eine große Anzahl von Deckungsmöglichkeiten verfügen. gezeigt, dass Luchse einen großen Teil ihrer Beute im Randbereich von Wäldern jagen und dabei auch landwirtschaftlich genutzte Flächen betreten. Tagsüber halten sie sich in ihren Verstecken auf und tolerieren dabei durchaus auch die Nähe zum Menschen. Sowohl in den Vogesen als auch im Bayerischen Wald zogen weibliche Luchse Junge unweit von touristisch stark frequentierten Plätzen auf. Deckungsmöglichkeiten, der Dichte von potentiellen Beutetieren, der Besiedelung durch Menschen sowie den topografischen Verhältnissen. Untersuchungen in den Schweizer Nordalpen haben eine durchschnittliche Reviergröße von 250 Quadratkilometern ermittelt, wobei das kleinste Revier 96 und das größte 450 Quadratkilometer umfasste. Im Jura, wo der Waldanteil höher ist, wurde dagegen ein Aktionsraum von 100 bis 150 Quadratkilometer ermittelt. In den Karpaten, dem westlichen Russland und dem ehemaligen Jugoslawien wurde dagegen eine Bestandsdichte von einem Luchs je 10 bis 40 Quadratkilometer ermittelt. Weibchen haben grundsätzlich kleinere Reviere als die männlichen Tiere, deren Revier meist gewöhnlich doppelt so groß ist und sich mit den Revieren von bis zu zwei Weibchen überlappen kann. Reviergrenzen werden durch Harn, Losung und teilweise auch durch Kratz- spuren markiert. Nationalpark vor. Dort durchstreiften Luchse an einem Tag etwa 1,7 bis 2,6 Prozent ihres Reviers. Raumnutzungsverhalten und Reviergröße sind auf die Jagdweise des Luchses zurückzuführen. Als Überraschungsjäger schlägt er vor allem Beutetiere, die sich unvorsichtig verhalten. Bei einem längeren Aufenthalt in einem Teil seines Reviers stellen sich seine Beutetiere auf die Anwesenheit des Beutegreifers ein und verhalten sich scheuer. Um einen angemessenen Jagderfolg sicherzustellen, ist der Luchs daher darauf angewiesen, innerhalb seines Reviers immer wieder sein Jagdgebiet zu wechseln.
Beutespektrum So zählen unter anderem Rotfüchse, Marder, Wildschweine, Mäuse und Murmeltiere zu den von Luchsen geschlagenen Beutetieren. Kleine und mittelgroße Huftiere mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm stellen jedoch die bevorzugte Beute dar. Damit werden zumindest in Mitteleuropa Rehe am häufigsten geschlagen. Sie machen häufig mehr als 80 Prozent des Beutespektrums aus. Andere Tierarten sind dagegen im Verhältnis zu ihrem Vorkommen unterrepräsentiert. Feldhasen eine wichtige Rolle. Von 102 dort aufgefundenen Beutetieren des Luchses fanden sich neben 71 Rehen 17 Rothirsche, 8 Hasen, 3 Wildschweine und 3 Füchse. Bei Wildschweinen sind es meist Jungtiere, die ihm zum Opfer fallen. Ausgewachsene Wildschweine sind zu wehrhaft, um als Beutetier für den Luchs in Frage zu kommen. In dem an Füchsen reichen Schweizer Jura machen Füchse mehr als 10 Prozent des Beutespektrums des Eurasischen Luchses aus. In der Taiga jagt der Luchs dagegen vor allem Schneehasen und Raufußhühner. in ihren Verstecken. Während der Ranzzeit kann man auch am Tage aktive Luchse beobachten. Der Eurasische Luchs ist ein Überraschungs- oder Lauerjäger, der seine Beute vor allem an regelmäßig begangenen Wildwechseln schlägt. Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem Anspringen, beziehungsweise einem Kurzspurt von meist unter 20 Meter Länge. Bei diesen Kurzsprints kann der Luchs eine Geschwindigkeit von fast 70 km/h erreichen. Die Hinterbeine, deren Länge die der Vorderbeine übertrifft, begünstigen dabei ein schnelles Zusprinten auf die Beute. Die Jagdbeute wird durch einen gezielten Biss in die Kehle erstickt. Entkommt ihm die Beute bei einem solchen Angriff, wird das Beutetier bestenfalls über eine kurze Strecke verfolgt. Der Luchs versteckt die unzerlegte Beute mitunter unter Ästen und Blättern. Zu ihren Rissen kehren Luchse in der Regel mehrfach zurück. Sie nehmen dabei pro Nacht zwischen 1 und 2,7 Kilogramm Fleisch auf. Der Nahrungsbedarf an reinem Fleisch liegt für einen 25 Kilogramm schweren Eurasischen Luchs bei etwa 1,1 Kilogramm.
Paarung und Aufzucht der Jungtiere Mal in ihrem zweiten Winter an der Ranz. Männliche Tiere suchen gewöhnlich erst in ihrem dritten Winter nach einem deckungs- bereiten Weibchen. Die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere markieren in dieser Zeit mit ihrem stark riechenden Urin das Kerngebiet ihrer Reviere besonders intensiv. Die Markierungen werden bevorzugt auf Nasenhöhe der Luchse an Wurzelstöcken oder Steinen abgesetzt. Auch die lauten Ranzrufe, die einem lang gezogenen „Ouh“ gleichen, sind in dieser Zeit häufig zu hören. Treffen mehrere Männchen aufeinander, kämpfen sie um das Paarungsrecht. Bei der Paarung nähert sich das Männchen dem Weibchen von hinten und springt dann auf. Die Paarung, während der sich das Männchen im Nackenfell der Katze verbeißt, dauert etwa drei Minuten. Grundsätzlich paart sich die Luchsin während der Ranzzeit mit nur einem männlichen Tier. oder unter einem Wurzelteller geboren. Das Geschlechterverhältnis der Jungtiere ist bei der Geburt ausgeglichen. Die Jungtiere, die bereits behaart zur Welt kommen, wiegen zum Zeitpunkt ihrer Geburt etwa 240 bis 300 Gramm und sind während der ersten 16 bis 17 Lebenstage blind. Sie werden nur von der Mutter betreut. Ab einem Alter von vier Wochen beginnen sie allmählich auch an den Beutetieren der Mutter mitzufressen. Sie werden maximal bis zu einem Alter von fünf Monaten gesäugt. Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter. Dann versuchen sie, ein eigenes Revier zu finden. Ihre Geschlechtsreife erreichen weibliche Jungluchse in ihrem 21. Lebensmonat. Die Kuder sind dagegen im Normalfall erst nach Erreichen des 33. Lebensmonats fortpflanzungsfähig. werden Jungtiere von Braunbären, Wölfen, Vielfraßen und gelegentlich sogar Füchsen geschlagen. In Asien ist auch der Leopard ein potentieller Fressfeind junger Luchse. Die hohe Sterblichkeit der Jungtiere ist jedoch weniger durch Fressfeinde bedingt als durch Verkehrsunfälle sowie in geringerem Maße durch Krankheiten. Nach jetzigem Kenntnisstand sind Luchse für alle bakteriellen und viralen Erkrankungen anfällig, die auch bei Hauskatzen vorkommen.[40] Jungtiere haben außerdem nur dann eine Überlebenschance, wenn sie ein unbesetztes Revier finden, nachdem sie sich von ihrem Muttertier getrennt haben. Nur etwa jedem vierten Jungluchs gelingt dies. Die Lebensdauer von Luchsen, denen eine Reviergründung gelingt, liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren. In Gefangenschaft gehaltene Tiere erreichen ein Lebensalter von bis zu 25 Jahren.
Gefährdung und Bestand Österreich und der Schweiz entweder verboten oder streng reguliert. Internationalen Schutz bieten unter anderem die Berner Konvention, die Bonner Konvention, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union und CITES. Größtes Problem für den Luchs in Mitteleuropa ist die Wilderei, die gerade im Balkan zu einem dramatischen Rückgang der Luchspopulation geführt hat. Von der Unterart Lynx lynx martinoi gibt es nur etwa 100 Exemplare, die in Albanien und Mazedonien leben. Die erfolgreiche Wiederansiedelung in Mittel- und Westeuropa kann aber noch nicht als völlig gesichert gelten, da sich erst erweisen muss, ob die etablierten Populationen langfristig überlebensfähig sind.
Das Bild des Luchses dafür gewertet werden, dass Menschen mit dem nicht sonderlich scheuen, aber kaum sichtbaren Luchs weit weniger Kontakt hatten als mit den zwei anderen großen europäischen Beutegreifern. Auch das 1933 erschienene Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens hält zum Luchs fest, dass von ihm kaum noch die Rede sei. Bereits seit der Antike galt der Luchs allerdings als außerordentlich scharfsichtig (vgl. Lynkeus, Accademia dei Lincei), in Deutschland auch als hellhörig („Ohren wie ein Luchs“) und verstohlen („jemandem etwas abluchsen“). und gegen Epilepsie verwendet. Gebrauch fanden aber auch andere Körperteile des Luchses: Luchsfett sollte bei Gicht helfen, und bei geschwollenen Mandeln sollte es hilfreich sein, durch den rechten hohlen Schenkelknochen des Luchses zu trinken. Bevölkerung der Rückkehr des Luchses positiv beziehungsweise gleichgültig gegenüber. Die Rückkehr des Wolfs ist dagegen von einer deutlich ablehnenderen Haltung begleitet und wird stärker mit einer Gefährdung von Menschen und Haustieren assoziiert. Nach der Meinung des Naturschutzexperten Josef Reichholf ist dies darauf zurückzuführen, dass die Arten der Katzen nicht in vergleichbarer Weise zum Aufbau eines Feindbildes geeignet sind. Dies vereinfacht Wiederansiedelungsprojekte, da Widerstand gegen diese Projekte sich vor allem auf Interessenskreise wie Landwirte und Jäger begrenzt, die Auswirkungen auf Wild- und Weidetiere befürchten. Die frühe Ausrottung des Luchses in Mittel- und Westeuropa sieht Josef Reichholf vor allem dadurch bedingt, dass Luchse einfacher und mit einem geringeren Aufwand als der Wolf zu erjagen waren.
Erfolge und Misserfolge der Wiederansiedlungsprogramme und im Bayerischen Wald in den 1970er Jahren stattfanden, haben die Glaubwürdigkeit von Wiederansiedelungsprogrammen bei der Bevölkerung in diesen Regionen nachhaltig geschädigt. Gleichzeitig hat sich erwiesen, dass nur sorgfältig ausgewählte Luchse in der Lage sind, sich in freier Wildbahn zu etablieren. Bei den erfolgreich verlaufenen Wiederansiedelungen handelte es sich meist um jagderfahrene Wildfänge. Luchse aus Gefangenschaftshaltung sind überwiegend nicht in der Lage, ausreichend Beute zu schlagen. In wiederbesiedelten Gebieten ist es außerdem zu einer Anzahl illegaler Abschüsse beziehungsweise Vergiftungsaktionen gekommen. teilweise isoliert. Wanderkorridore sind notwendig, damit Bestände wie etwa die im Harz nicht verinseln. Erst ab einer Bestandszahl von 50 bis 100 Tieren, die sich untereinander fortpflanzen können, ist eine ausreichende genetische Variabilität sichergestellt. Ähnliches gilt auch für die Schweiz, die bislang die größten Erfolge in der Wiederansiedelung aufweist. Die zwei etablierten Luchspopulationen begrenzen sich auf das Juragebirge und die Nord- und Zentralalpen. Das dazwischenliegende Mittelland dagegen ist unbesiedelt, zwischen den beiden Populationen kommt es nicht zum genetischen Austausch.
Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind in den Nutzungsbedingungen beschrieben. Fotos: Peter Häfele
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